DAN Prüfungen in den neuen Räumen des
Budokan Saal a.d.D.
24. März 2019


Am vergangenen Sonntag fanden im neuen Dojo in Teugn Prüfungen zum schwarzen Gürtel statt. Die Prüfungskommission bestand dabei aus Wolfgang Wimmer, 8. Dan, Thomas Moser und Heinz Perzl, beide 6. Dan. Wolfgang übergab am Anfang jeweils ein Rollup-Display für das Shingitai-Ryu und das Myoshin-Ryu-JuJitsu–Do als Präsent zur Dojoeröffnung in Teugn.

In der Iaido-Prüfung fungierte der Saaler Iaidolehrer Andreas Uhrmacher (3.Dan) als Beisitzer. Jens Klarenbach, der ursprünglich mit dem Wado-Ryu-Karate begann, dann 2007 zum Saaler Shotokan wechselte, entdeckte schnell auch die Leidenschaft für die japanische Kunst des Schwertziehens (2010). Beim Budokan wird hier neben dem Seitei-Iai auch Muso-Jikiden-Eishin-Ryu und vor allem Shingitai-Ryu-Iaido unterrichtet, da Thomas Moser hier als Träger des fünften Dan und Stilnachfolger nach seinem jetzigen Lehrer Wimmer diesen Stil repräsentiert. Jens Klarenbach zeigte sich hochkonzentriert, die Formen sowie die wichtigen Zeremonien des Schwertziehens spulte er zwar sichtlich nervös, doch auch jahrelang geschult ab.

Den Anfang im Karate-Do machte Daniela Strehl, Jahrgang 1996, seit 2003 engagierter Karateka und seit fast zwei Jahren Unterrichtende in den Karate-Kindergruppen. Sie hatte sich seit mehr als einem Jahr mit ihrem Vater auf ihren ersten schwarzen Gürtel vorbereitet. In der Grundschule wie auch in den Formen zeigte sie souveräne Techniken, die Partnertrainingseinheiten wurden dann abwechselnd mit Andreas Strehl und Julian Perzl absolviert. Dieser betreibt seit 18 Jahren Karate-Do sowie vor allem Kobudo, er trägt schon den schwarzen Gürtel und stellte sich nun für den 2. Dan vor. Seit 2010 unterrichtet er auch im Wechsel die Kindergruppen beim Budokan Saal. Seine Lieblingstechnik Uchi-Ude-Uke (Unterarmblock) baute er in viele Abwehren ein, um dann erfolgreiche Konter einleiten zu können.

Das Prüfungsprogramm des Shotokan-Karate-Koryu-Do stellt die Kata (Form) in den Mittelpunkt, aus dieser heraus wird das Repertoire an Angriffs- und Abwehrtechniken gebildet. Eine weitere Säule sind in diesem Karate-Stil die vom Begründer Funakoshi gelehrten Hebel und Würfe sowie der Einsatz der Techniken in realistischen Selbstverteidigungssituationen. Daher wird eine Verbindung von Techniken aus verschiedenen Kampfkünsten als elementar angesehen. Jeder Prüfling im Schwarzgurtbereich muss dazu auch Techniken mit traditionellen Waffen demonstrieren können. Fast alle Schwarzgurtanwärter zeigten dazu die vom Sohn des Shotokan-Begründers überlieferte Stockkata Matzukaze-No-Kon, es kamen aber auch Messer und Kurzstöcke zum Einsatz.

Die höchste Karate-Prüfung absolvierte Andreas Strehl mit der zum vierten Dan. Andreas begann 1983 mit Karate, er leitet seit 2010 die Kindertrainings mit an, betreibt neben Karate-Do auch Kobudo (Waffenkampf) und trägt im Aikijitsu sowie im Myoshin-Ryu ebenfalls eine Graduierung. Er hatte sich sehr schwierige und intensive Formen des Shotokan-Koryu ausgesucht, die er mit viel Inbrunst und sichtbarem Kampfgeist vorzeigte. Allein schon die 20 Selbstverteidigungstechniken mit großem Realitätsbezug, herausgelöst aus den Kata des Karatestils, brachten ihm den Respekt der großen Schar an Zuschauern ein. Am Ende lobten alle Prüfer die Vielfalt und Flexibilität der Prüflinge.

Wolfgang Wimmer lobte ausdrücklich die Flexibilität der Saaler Karateka. Mit der Erinnerung an das nächste große Event, dem Budo-Sai in der Schweiz im Mai, schlossen die erfolgreichen Prüfungen beim Budokan Saal.


Text: Thomas Moser
Bilder: Alexander Franke

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