Offenes Aiki Seminar im Chateau de Vaux (Frankreich) am 08./09. April 2017



Zu einem offenen Aiki Seminar im Chateau de Vaux, Nähe Chartres, lud Sensei Roger Tran ein, unter den vielen Referenten auch Shihan Wolfgang Wimmer. Dieses regelmäßig durchgeführte Seminar, organisiert von Roger, stand dieses Mal unter dem Motto des Gedenkens an die kürzlich verstorbenen Wegbegleiter aus diesem Kreis - darunter auch Shihan Patrick Dimayuga.



Aber von Anfang an ..... bereits am Dienstag reiste Shihan Wimmer mit Catrin per Zug nach Paris, die Gelegenheit des Seminares nutzend, in ein paar Tagen die Highlights von Paris abzulaufen (! unser Schrittzäher überschlug sich nahezu vor lauter "Rekorden"). Ankunft in Paris Gare de l`est, Umsteigen in die Metro M 4 bis zu unserem Hotel südlich der Seine. Einchecken, Koffer aufs Zimmer und los ging es....... erster Punkt .... Eifelturm mit anschließender einstündiger Bootsfahrt nachts um 21 h auf der Seine, entlang all der wunderbaren und nachts toll illuminierten Touristenhighlights. In den nächsten Tagen erliefen wir Louvre, Bastille, Sacre Coure, Notre Dame (und hier 422 Stufen hoch), Ile de la cite, Elysee Palast, Jardin de Luxembourg, Pantheon, Jardin de Tuileries, Arc de Triomphe, Place de la Concorde, Madeleine, Eglise Saint Sulpice, Place des Voges, Marais, Saint Paul, Sully, Eglise Saint Merry, Rue de Rivoli, Conciergerie, Palais de la Decouverte, Sainte Chapelle, Place de Justice de Paris, Pont Alexander III, Pont Neuf, Dome de Invalides, Militärmuseum, Tombeau de Napoleon, Jardin du Trocadero .... und und und - einfach alles was auf der Strecke lag.... :-)



Am Freitag Mittag wurden wir von Lydia, Sekretärin von Roger, am Hotel abgeholt und in einer 1 1/2 stündigen Fahrt ging es südöstlich nach Chateau de Vaux, vorbei an Versailles und Chartres. Eine amüsante Fahrt, da Lydia wenige Brocken Englisch sprach und Wolfgang in der gleichen Menge mit französisch aufwarten konnte - aber mit einem Mix aus beidem machte man sich verständlich. Angekommen im Chateau trafen wir dann später zusammen mit Yves und Janine Ramaeckers, sowie Myriam Dimayuga und der Gruppe des Kobukan Dimayuga, sowie VAK-Mitgliedern des Dojo von Serge Calvo - ein Treffen einer großen Familie...



Nach einer abendlichen kleinen Zusammenkunftsfeier fand man sich am nächsten Tag, nach dem Frühstück, im Dojo ein. Im Rahmen einer offiziellen Zeremonie, begleitet von Reservisten der Armee, darunter auch ein langjähriger Wegbegleiter von Patrick (dem Patrick auf eindrucksvolle, der ihm eigenen Art, das Fallschirmspringen beigebracht hatte) - der sichtlich überrascht vom Ableben unseres Freundes war und bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal davon erfuhr. Diese sehr feierliche und rührende, stabsplanmäßig organisierte und durchgeführte Zeremonie wurde vom Chor der Reservisten mit Liedern begleitet, darunter "Mein letzter Kamerad" und die "Marseillaise".

Wolfgang wurde die Aufgabe zuteil, das Bild von Patrick vor sich tragend in das Dojo zu bringen, begleitet von 3 Reservisten und Franck und Fred - Meisterschüler aus dem Kobukan. Nach dieser ca. einstündigen Zeremonie wurde das Bild ebenso feierlich zum gemeinsamen Mittagessen mitgenommen und im Kreis all seiner Freunde nahm Patrick an diesem teil.

Im Rahmen der technischen Schulung zeigten die Referenten, aber auch andere, anwesende, renommierte Budoka ihre Interpretation des Aiki und trugen zu einem gemeinsamen Fluss bei - zum Abschluss dieser zwei Tage gab Roger Tran eine Darbietung seiner Interpretation und anschaulichen Erklärungen. Aber nicht nur Aiki, auch Judo war Bestandteil. Die Anwesenheit eines so renommierten Judoka nützend, gab Yves Ramaeckers, Hanshi, Hachidan einen eindrucksvollen Einblick in diesen auf Kuzushi ausgerichteten "weichen Weg", kombiniert mit diversen Würgegriffen.



Beeindruckend für Shihan Wimmer war die Bekanntschaft von Jean Gabriel und dessen Frau Jacqueline Gresle, die beide Schüler von O-Sensei Ueshiba waren und über beeindruckende, auch persönliche, Erlebnisse berichten konnten, Erlebnisse, die der Masse der Budoka nicht bekannt sind. Jacqueline Gresle erhielt seinerzeit von O-Sensei ihre Graduierung zum Shodan. Jean Gabriel, Jacqueline, sowie Yves und Janine und Wolfgang mit Catrin waren in einem "Separee" des Chateau mit eigenem Frühstücksraum untergebracht. Auch hier boten sich in diesem engen Kreis viele Möglichkeiten des gemeinsamen Gedankenaustausches und dem Lauschen vieler kleiner Episoden aus dem Leben von O-Sensei und den Erfahrungen von Jean Gabriel und Jacqueline Gresle mit ihm.

Von unseren Freunden des Kobukan Dimayuga, Yves & Janine, sowie Serge Calvo und seinen Schülern (einer davon mit "neuem" Gesicht) verabschiedeten wir uns mit einem "A bientot" ..... in ca. 3 Wochen ist der nächste Aufenthalt von Catrin & Wolfgang im Kobukan Dimayuga, dann folgt ein Wiedersehen beim Bundeslehrgang und gefolgt von einem Iaido Lehrgang Anfang Juli in Vesoul.

Unser Rücktransport zum Bahnhof in Paris Gard de East war "interessant".... ein Schüler von Roger brachte uns und Nickola dorthin - Nickola, ein französischer, früher Schüler von Roger, lebte 3 Jahre in Kalifornien.... was man deutlich heraushörte ;-)

Beide wurden nicht müde, während der Rückfahrt nützliche Informationen zu geben - beispielsweise wie in Frankreich die Blitzautomaten aussehen :-)



Aber auch in Paris selbst erhielten wir eine "Auto-Sightseeing-Tour" der besonderen Art. Zum einen weil wir sehr früh dort eintrafen, zum anderen da der Bahnhof bzw. der Weg für uns dorthin mitten durch das Zentrum führte. So kamen wir vorbei an der (Original!) Freiheitsstatue, fuhren auf der Champs Elysees , Arc de Triumphe, über den Place de la Concorde, vorbei an Port Alexander III, Grand und Petit Palais, Louvre, Oper, Saint Lorant.... und und und..... beide erklärten sehr eindrucksvoll geschichtliche Hintergründe (beispielsweise, wo früher der Verteidigungswall stand, das Zentrum war, wie und wo die Krönung des Kaisers abgehalten wurde.... aber auch wir "Deutschen" konnten etwas beisteuern: das Wissen, dass Napoleon Bonaparte seinerzeit in Notre Dame gekrönt wurde und er diese Krönung selbst vornahm, d.h. er nahm die Krone aus den Händen des Papstes und setzte sich diese selbst auf - "tres bon" meinten daraufhin unsere Reiseführer.....


....ein paar Impressionen aus Paris +++


....und ein paar mehr +++


Trotz internationalem Zugverkehr ist des anscheinend in Paris nicht möglich, 5 min vor der Abfahrtszeit das jeweilige Gleis bekannt zu geben... Anhand der planmäßigen Abfahrt um 17.55 h wurden wir per Ansage und Anzeigetafel um 17.50 h über das Gleis informiert - eine Menschenmenge setzte sich in Bewegung (zu dem Zug, der dort schon seit ca. 20 min stand) und enterte diesen....unerwähnt gelassen wurde aber der kleine und doch wichtige Hinweis, dass der hintere Teil des Zuges in Strassbourg abgekoppelt wird und nur der vordere nach Stuttgart fährt - eine Verbindung zwischen beiden gibt es nicht. Die hinteren Waggons waren nummeriert von 1-8.... wir hatten Nummer 17 - diesen suchten wir zwischen 1 und 8 in auf- und absteigender Variation vergebens. Erst nach mehrmaligem Nachfragen bei einer sehr beschäftigen Bahnsteigschaffnerin mit Kommunikationsproblemen ergab, dass unser Waggon ganz vorne ist und er Zug eigentlich schon am Fahren ist. Also wieder raus aus dem (hinteren) Bereich, vorhetzen, rein in Waggon 17 und siehe da.....dieser hatte, wie auf Ticket vermerkt, eine obere Etage....

Außer Atem endlich in die Sitze gefallen......."Madam e Monsieur..... wir möchten sie darüber informieren, dass es einen Vorfall mit Personenschaden auf der Strecke gab - unsere Abfahrt verzögert sich ein bisschen......daraus wurden fast 50 min.

Das Schöne daran: wir konnten verschnaufen und in Stuttgart ist es egal, da hier Züge nach Augsburg jede Stunde gehen..... unser geplanter Ankunft in Augsburg war für 23 h vorgesehen unsere geplante Schlussfahrt mit dem letzen Zug nach Meitingen ca. 0.01 h - zur überraschung aller schafften wir diesen.....



Text/Bild: Bushidokai

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