Japan 2016
5. Welt-Butoku Sai / 54. Japanische Butoku Sai
16.04. - 01.05.2016
-Teil 1 "Anreise und Sightseeing 16.04.-24.04.2016"-



Nach 2008 und 2012 machte sich auch 2016 wieder eine Delegation aus dem Verband asiatischer Kampfkünste e.V. (hier Bushido-Kai, Budokan Saal e.V., SV Eitensheim, Ki-Shin-Kan, Seishin Shintai Kyokai Stade e.V. und Keikantai), sowie Verbandsmitglieder aus der Schweiz (Seishinkai), Italien (Scuola Italiabna Arti Marziali) und Frankreich (Shingitai Ryu) auf den langen Weg nach Japan, um dort an der Welt-Butoku-Sai der Dai Nippon Butoku Kai in Kyoto, im Butokuden, teilzunehmen.

Dieses Budo-Event findet alle 4 Jahre im "Mutterland" des Budo - und hier im Herzen, in Kyoto, statt. Austragungsort ist der Butokuden, das älteste Budogebäude dort. Diese nunmehr 5. Welt Butoku Sai und zugleich 54. Jubiläum der japanischen Butoku Sai zählt zu den herausragenden Veranstaltungen der Dai Nippon Butoku Kai. Jährlich werden Weltweit von dieser Veranstaltungen bzw. Seminare durchgeführt, entweder organisiert vom Honbu in Kyoto selbst (in diesem Fall wird der Name Butoku Sai verwendet), vom Vorstand der Internationalen Abteilung (hier handelt es sich um ein sog. Rensei Taikai) oder auch vom jeweiligen Länderbeauftragen selbst, im Zusammenwirken mit dem Honbu und Vorstand der Internationalen Abteilung (hier handelt es sich dann um ein Shibu Taikai) - so fand Ende 2015 in Osterburken das letzte Shibu Taikai der Germany Branch der DNBK unter der Leitung von Shihan Wolfgang Wimmer statt.

Zugleich wurde mit diesem Event gefeiert
  • 121jähriges Bestehen der DNBK
  • 1222jähriges Jubiläum der Stadt Kyoto und des Butokuden
  • 23jähriges Jubiläum der intern. Abteilung der DNBK und Eröffnung des Seiryuden des Shorenin


Aber beginnen wir von vorne.... Am Samstag, 16.04. reisten die Bushidokai-Mitglieder (Wolfgang, Rainer, Aldo, Markus, Catrin, Hannelore und Patrizia) zum Münchner Flughafen. Dort gesellten sich dann Angi vom SV Eitensheim und Andreas vom Budokan Saal e.V. hinzu. Mike und Beate Brauer starteten von Düsseldorf aus Richtung Frankfurt, wo beide Gruppen zusammentrafen und gemeinsam den Weg in das Land der aufgehenden Sonne antraten.

Dort angekommen man sich auch gleich auf die Suche in dem "so fremd anmutenden Land" nach dem Airport-Shuttle-Service, welches uns zu unserem Hotel in Kyoto, brachte.

Aber hier erst noch ein paar Fakten zum Flug selber.....
  • Flugdauer knapp 12 Stunden von Frankfurt aus


Der internationale Flughafen in Osaka (Kansai Airport) ist ein jap. Verkehrsflughafen und in der Region Kinki, Präfektur Osaka, zum Teil Präfektur Wakayama gelegen. Er befindet sich auf einer künstlichen Insel (ca. 4 km lang und 1200 m breit) die 5 km vor der Küste Japans angelegt wurde.

Er wurde als sog. 24-Stunden Flughafen mit zwei Landebahnen konzipiert. Er wurde 1994 eräffnet und kostete ca. 15 Milliarden US Dollar. Interessanterweise sinkt diese künstliche Insel pro Jahr ca. 4,8 cm ins Meer ab - dieses Absinken sollte allerdings in den kommenden Jahren immer langsamer werden und schließlich aufhören.

Die Konstrukteure haben seinerzeit ein System entwickelt, um die Landebahnen und Gebäude, trotz dem Absinken, stabil, eben und auf gleicher Hähe zu halten. Ebenso passen sich die Treibstoffverbindungsrohre an die unterschiedlichen Höhen elastisch an.

Mit dem Festland ist diese künstliche angelegte Insel über eine zweistäckige Brücke verbunden.

äber eben diese Brücke fuhren unsere organisierten Shuttle Services und in einer knapp einstündigen Fahrt brachte er uns an unser erstes Ziel, dem ausgewählten Hotel in Kyoto. Dieses lag zentral in der Nähe des Kaiserpalast und unweit des Nijo-ji - für unsere geplanten Ausflüge zentral gelegen.

Bereits im Vorfeld hatte man sich seit ca. 7 Monaten damit beschäftigt, Sightseeing Touren in und um Kyoto herauszuarbeiten und so viele Informationen wie möglich zusammen zu tragen. Hier konnte man von den Erfahrungen von Wolfgang, Mike, Beate, Rainer und Hannelore provitieren....
....Anreise +++


Kyoto, die frühere Kaiserstadt, ist die geschichtlich und kulturell bedeutendste Stadt Japans. Die Schriftzeichen für Kyoto (alleine jeweils Miyako gelesen) bedeutet im Japanischen wörtlich kaiserliche Residenz - die Stadt war nämlich von 794 bis 1868 Sitz des kaiserlichen Hofes, dieser wurde danach nach Tokyo verlegt. Interessanterweise, so erklärte mir eine in Augsburg lebende Japanerin, wurde damals nur der Stadtnamen getauscht bzw. die Wortsilben - also von KYO-TO zu TO-KYO.

Aber gerade der Umstand, das Kyoto lange Jahrzehnte die Kaiserstadt war, merkt man in vielen Ecken dieser Stadt, die jedoch vor Gegensätzen nahezu trotz! Auf der einen Straßenseite findet man typische, traditionelle japanische Tempel- und Gartenanlagen sowie Restaurant, auf der anderen Straßenseite ein uns allen bekanntes amerikanisches Fast-Food-Restaurant; traditionell gekleidete auf der einen Seite, in Magna-Kleidung laufende Jugendliche auf der anderen Seite!

Nach dem Einchecken und erstem "Akklimatisieren" wurde zusammen die Gegend um das Hotel erkundigt und erster Kontakt "mit der Bevölkerung und dem Land" aufgenommen. Wolfgang konnte hier viele nützliche und praktische Tipps geben, auch wußte er sich noch in Kyoto zurechtzufinden und "führte" in sicher Art und Weise die deutsche Delegation. Gerade fär die "Mitreisenden", die zum ersten Mal in Japan standen, war dies ein besonderer Augenblick - erstmals mit der Kultur dieses Landes in Berährung kommen.....

....und gleich zum ersten Sightseeing-Point...und was für einer.... Nijo-Ji
Nijo-Ji +++


Beeindruckend von außen bereits anzusehen, gelangte man über einen Wassergraben, durch das Eingangsportal, ins Innere. Wolfgang, der diese Anlage ebenfalls 2008 und 2012 bereits besucht hatte, übernahm abermals die Führung und geleitete die Gruppe in die verschiedenen Bereiche.

Die Burg Nijo ist eine japanische Burganlage und ehemaliger Sitz des Shoguns, des militärischen Oberbefehlshabers, in Kyoto, der ehemaligen Hauptstadt Japans. Die Burg erhielt den Namen wegen der Straße Nijo, an der sie gelegen ist. Die Anlage wurde 1601 vom Shogun Tokugawa Ieyasu angelegt. Teile davon brannten 1788 und 1791 jedoch wieder ab, da die Anlage hauptsßchlich aus Holz gebaut war. Die Burg gehört seit 1994 zusammen mit anderen Stätten zum UNESCO-Weltkulturerbe Historisches Kyoto (Kyoto, Uji und Otsu) und besteht aus der Honmaru- und der Ninomaru-Zitadelle.

Nachdem wir durch das Eingangsportal in den ersten Innenhof gelangten zeigte uns Wolfgang auf einer Übersichtskarte unseren Standort und führte uns auf der Karte durch den von ihm geplanten Weg. Bereits hier erzählte er auch ein bischen von der Geschichte und der Besonderheit dieser Palastanlage, insbesondere natürlich dem, wofür Nijo bekannt ist - dem sog. Nachtigallenboden. Der Name hierfür rührt davon, als dass durch die Anbringung der Holzbretter und Lagerung dieser Quietschlaute verursacht werden, wenn jemand darauf geht.

Bei den Besuchermassen, die zusammen mit uns diese Räumlichkeiten besuchten und über den Boden wandelten, hatte man den Eindruck ein ganzes Vogelnest wäre in der Ecke. Der Grund für diesen Boden liegt aber in der Sicherheit des Shogun - hatte dieser doch nicht nur seine loyalen Samurai um sich, sondern war auch Opfer von Attentaten und Anschlägen. So war der Boden als eine Art "Sicherheit" konstruiert worden um den Shogun über herannahende Personen zu informieren und zu warnen.

Die einzelnen Gebäude waren darüberhinaus so angeordnet, als dass diese sich an den jeweiligen Ecken überschnitten. Entsprechend der gesellschaftlichen Stellung wurde man immer tiefer vorgelassen, bis man letztendlich im letzten angrenzenden Gebäude, dem eigentlichen Gebäude des Shogun war. Der Besucher wandelt hierbei am Rand des Gebäudes im Innenbereich herum auf dem Nachtigalenboden, im Innenbereich sind mit Tatami ausgelegte Räumlichkeiten in denen Empfänge abgehalten wurden. Schaufensterpuppen in eindrucksvoller und zeitgemäßer Kleidung vermittelten uns einen Eindruck, wie damals entsprechend dem Protokoll solche Empfänge ausgesehen haben.

Nach Besichtigung dieser Gebäude gelangten wir in die Gartenanlage und den ebenfalls mit einem Wassergraben umgebenen weiteren Burgbereich.





...Nara +++
   
Der zweite Tag stand ganz unter dem Motto NARA...mit der S-Bahn fuhren wir zum Bahnhof von Kyoto und von dort weiter mit dem Zug nach Nara.

Fär die bereits Japan-Erfahrenen war es, obwohl schon einmal gesehen und besucht, abermals Pflicht, einen Abstecher nach Nara zu machen, soll doch dort eine der größten Buddhafiguren stehen.

Die Stadt Nara selbst, in der Zeit von 710 bis 784 die Hauptstadt Japans (unter dem Namen Heiji-kyo), ist eine Großstadt und Verwaltungssitz der gleichnamigen Präfektur Nara, gelegen im Süden der japanischen Hauptinsel Honshu. Nach 784 wurde der Sitz der Hauptstadt nach Kyoto verlegt, jedoch zeugen noch heute viele Tempelanlagen von dem damaligen Glanz, dies macht es zu einem der bedeutendsten touristischen Zielen in Japan - einige der Tempel, Schreine und Ruinen sind auch Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

Bekannt macht Nara aber nicht nur die große Anzahl von Tempelanlagen, sondern auch eine Parkanlage, die sich, vom Ortsrand bis in das Herz von Nara erstreckt (von Ost nach West 4 km, von Nord nach Süd 2 km) und welcher dichtbevölkert ist von Sikahirschen, die in enger Nähe zum Menschen dort leben. Beliebt ist der Park bei der einheimischen Bevölkerung aber nicht nur wegen seiner Tempelanlagen und Sikahirsche - im Fröhjahr entwickelt er sich während der Kirschblötenzeit zu einem wahren Magneten!

Die Stadt Nara, wie auch andere Großstädte Japans, sind westlich orientiert und mit ein paar Brocken japanisch und englisch kommt man meist weiter. Im gesamten sind die Japaner ein sehr hilfsbereites Volk und helfen in allen Notlagen. Aber auch hier ist ein bischen Vorsicht geboten: Japaner gestehen sich nicht ein, z.b. den Weg nicht zu kennen und beschreiben auch gerne einen Phantasieweg.

Dies brauchten wir aber nicht, da Wolfgang sicher seinen Weg fand und auch viel über die einzelnen Punkte erzählen konnte. So führte uns der Weg nach dem Kufuku-Ji und dem Todai-Ji zur sogenannten "Great Bell", anschließend Nigatsu-Do, wir streiften Tamekeyama-Hachimangu-Schrein und landeten schließlich beim Kasuga-Taisha-Schrein.

Auf unserer mehrstündigen Wanderung durch diesen Park konnten wir die Tempelanlage von Kofuku-ji, der Haupttempel der Hosso-shu, dessen Gründungsgeschichte auf das späte 7. Jahrhundert zurückgeht. 1180 wurde dieser Haupttempel während des sog. Gempei-Krieges, wie anderen Anlagen in Nara auch, von der Armee Taira no Koyomoris zerstört, nach dem Krieg wurde er aus privaten finanziellen Mitteln der Fujiwara jedoch wieder aufgebaut.

Unser Weg führte uns weiter zu dem 745 erbautem (und 751 fertig gestelltem), buddhistischen Tempel Todai-ji, welcher die größte buddhistische Bronzestatue beherbergt und zugleich auch das größte, aus Holz erbaute Gebäude der Welt ist (ebenfalls ein UNESCO Weltkurlturerbe). Die Bronzestatue stellt Buddha Vairocana dar. Nach einem Brand wurde das Gebäude 1708 wieder neu aufgebaut, aber um etwa ein drittel kleiner als das ursprüngliche Original.

Bemerkenswert ist das Eingangstor mit den ca. 8,5 m hohen Wächterstatuen, ebenso wie die allein 16,2 m hohe und 452 t schwere aus Bronze gegossene Buddhafigur im Inneren.

Nigatsu-do ("Die Halle des zweiten Monats") ist eine der einer der wichtigen Strukturen des Todai-ji, einem Tempel in Nara. Nigatsu-do liegt östlich der Großen Buddha Halle, am Hang des Monte Wakakusa. Es umfasst mehrere andere Gebäude neben der spezifischen Halle Nigatsu-do genannt und damit sein eigener Unterkomplex innerhalb Todai-ji. Nigatsu-do wurde 752 von einem Mönch mit dem Namen Sanetada gegründet, aber der buddhistische Mönch Jitchu, ein Schüler von Röben, führte später eine Umkehr-Bewegung zum Bild der elf-Gesicher, gewidmet Bodhisattva Kannon 760 ein. Es hat seitem als jährlicher Ritus seit 760 ohne Unterbrechung einen Platz eingenommen. Der Service ist als Shuni-e bekannt (zweiter-Monats Service), da es im zweiten Monat des traditionellen Lunisolarkalenders stattfand. Derzeit beginnt es am 1. März und endet am 15. des Monats. Das heilige Wasser zu entnehmen bedeutet Omizutori, was der populöre Name der Zeremonie geworden ist.

Es wird gesagt, das während des ersten Shuni-e-Service soll Jishu in einem anderen Tempel 752 abgehalten worden sein, so wird die ursprüngliche Konstruktion von Nigatsu-do Hall schätzungsweise abgeschlossen haben zwischen 756 und 772. Nigatsu-do wurde im Jahre 1667 zerstört aufgrund ein Feuer. Danach wurde mit dem Wiederaufbau des Haupttempel begonnen. Die Rekonstruktion der Nigatsu-do erfolgte 1669. Im Jahr 1944 war sie abgeschlossen und wurde als eine der wichtigsten kulturellen Aspekte des Landes gewählt.

Der Kasuga-Taisha ist ein Shinto-Schrein am Fuß der beiden heiligen Berge Kasugayama und Mikasayama, in unmittelbarer Nähe zum Kofuku-ji. Der Hauptschrein befand sich ursprünglich auf dem Berg Mikasa, wurde dann aber in zwei Schritten an seinen Fuß verlegt. Der zurückgebliebene Hongo-jinja gilt nun als Nebenschrein (sessha) des jüngeren Hauptschreins. Der Kasuga-Taisha gehört zu den Chokusaisha und ist Teil des UNESCO Weltkulturerbe in Nara. Die vier kleinen Haupthallen (Honden), die verbunden nebeneinander stehen, befinden sich in einem für Besucher nicht zugänglichen Bereich innerhalb der Schrein-Anlage. Sie sind die Namensgeber für den Baustil kasuga-zukuri. Typisch für diesen Stil ist der überdachte Eingang an der Stirnseite.

Der Legende nach wurde er im Jahr 768 erbaut, doch man schätzt, dass er zum Beginn der Nara-Zeit errichtet wurde. Er galt als der Schrein der Familie Fujiwara.

Im Rahmen des Shinto-buddhistischen Synkretismus (Shinbutsu-Shogo) der späteren Heian-Zeit wurde der naheliegende buddhistische Tempel Kofuku-ji in den Schrein integriert.

Die Priesterschaft war bis zur Meiji-Restauration erblich gewesen.

Alle Gebäude sind im Verlauf der Geschichte bisher zerstört und wiederaufgebaut worden, die vier Honden sogar bis 1863 alle 30 Jahre komplett, in Übereinstimmung mit dem Prinzip dessengo oder shikinen-zotai. Zu den vier Haupt-Kami gehört Ame-no-koyane, angeblich wie die anderen Kami hier einer der Vorfahren der Fujiwara und somit deren Ujigami.

Der Pfad zum Schrein führt durch den Nara-Park, einem Wildpark (in dem zahme Hirsche frei leben). Über eintausend steinerne Laternen säumen den Pfad.

Im Botanischen Garten Man'yo stehe viele alte Bäume und Pflanzen. Einige werden schon in der ältesten Gedichtzusammenstellung Japans, dem Man`yosho erwähnt.

Auf dem Gelände des Kasuga-Taisha befindet sich eine große Anzahl von Nebenschreinen für eine noch größere Anzahl von Kami. Der bekannteste ist wohl der Wakamiya-jinja (1135 neu gegründet, der letzte Neubau stammt aus dem Jahr 1863 und ist mit den Honden identisch), dessen Kami an manchen Tagen in verschiedene, nur temporär aufgebaute Schreine an anderen Orten reist (shinko-shiki). Er ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Schrein in Miyazu, Präfektur Kyoto.

Der Wakamiya-jinja hat u.a. selbst einen Nebenschrein: den Tsugoo-jinja (ein massha) zur Verehrung von Nakatomi-no-sukefusa (ein Ahnherr der Priesterfamilie). Die Reinigungs-Kami (Harai-no-kami) werden anonym und ohne besondere Kenntnis der Anzahl in zwei Berg-Nebenschreinen (beides massha) verehrt: im Ko-zen-jinja (zusammen mit den Kasuga-no-kami Wakamiya-no-kami und Mizuya-no-kami) und im Kami-no-mizu-ya-jinja (mit denselben und Saruda-hiko, der wiederum selbst im Enomoto-jinja (ein sessha) als Erd-Kami verehrt wird).

Ein weiterer Reinigungs-Kami, Se-ori-tsu-hime-no-kami, hat einen eigenen Nebenschrein, den Harae-do-jinja (ein massha). Im Hiraiten-jinja ist die sehr abstrakte und obskure Ame-no-minaka-nushi die einzige Kami. Der ebenfalls sehr esoterische Taka-mi-musubi ist der einzige Kami im Iguri-jinja. Im Tenjin-sha(ein massha) wird Ame-no-toko-tachi verehrt. Der oft mit Ebisu identifizierte Kami Hiru-ko wird im Sarake-jinja (ein massha) angebetet. Der Eisenerz-Kami Kana-yama-biko wird im Wangu-jinja (ein massha), die Wasser-Kami Ame-no-mi-kumari-no-kami im Naru-ikazuchi-jinja (ein massha) verehrt. Die drei Sumiyoshi-Kami sind mit 14 anderen Kami im Hatsu-miya-jinjaeingeschreint. Der Feuer-Kami Ho-musubi-no-kami ist in zwei massha eingeschreint: dem Atago-jinja und dem Ishiko-jinja. Izanagi ist der Kami des Tago-jinja (ein massha). Die aus dem verfaulenden Kärper der Izanami geborenen acht Donner-Kami werden gemeinsam im Hachirai-jinja (ein massha) verehrt. Der Baum-Kami Itakeru-no-mikoto hat den Kii-jinja (ein sessha) für sich. Im Nogami-jinja (ein massha) wird die Kräuter-Kami Kaya-nu-hime verehrt. Der Straßen-Kami Tsuki-tatsu-funado-no-kami wird im Funado-jinja (ein massha) angebetet. Die Küchen-Kami Oki-tsu-hiko-no-kami und Oki-tsu-hime-no-kami werden zusammen imKamado-sha verehrt.

Ein unscheinbarer Palastdiener (uneme), der sich selbst das Leben nahm, findet im Uneme-jinja (ein massha) Verehrung. Die Kami des Kono-jinja (ein massha) sind die aus dem Blut des Kaga-tsuchi geborenen Mika-haya-hi und Hi-haya-hi. In einem weiteren Nebenschrein (massha) auf dem Gelände des Kasuga-Taisha namens Seimei-jinja, werden Kami verehrt, deren Name und Funktion niemand mehr kennt.

Der Shin-Yakushi-ji ist ein buddhistischer Tempel der Kegon-Schule in Nara.

Der Tempel wurde 747 von der Kaiserin Komyo, Frau des Kaisers Shomu gegründet, um für ihren an den Augen erkrankten Mann zu beten. Die ursprüngliche Anlage bestand aus Haupthalle, Lehrhalle, einer Ost- und einer West-Pagode, aber fast alle Gebäude des Tempels aus der Tempyo-Zeit wurden durch Blitzeinschlag, Taifune und die Verwüstungen am Ende der Heian-Zeit zerstört. Nur die Haupthalle (kondo) blieb erhalten und ist somit ein bedeutendes Zeugnis der Architektur der frähen Nara-Zeit.

In der Kamakura-Zeit wurde von den Priestern Gedatsu (1155 - 1213) und Myoe (1173 - 1232) Bauten ergänzt, auch die Mutter des Shogun Tokugawa Tsunayoshi, Keisho-in, trug zur Restaurierung der Statuen bei.

Ein besonderer Schatz des Tempels sind die zwölf himmlischen Generäle (Joni shinsho). Alle Figuren haben einen Stätzkern, dessen Oberfläche mit Ton gestaltet ist (sozo). Sie sind etwa 160 cm hoch, stammen bis auf den edozeitlichen Haira aus der Tempyo-Zeit und sind außer diesem als registriert.

Aus der Hakuho-Zeit:
  • Bronze-Yakushi, aus der Heian-Zeit
  • Tausendarmige Kannon (Holz),
  • Fudomyoo (Holz) mit zwei kindlichen Begleitern.
....Sanjusangendo +++


Der dritte Tag hatte wieder ein paar tolle Erlebnisse und Orte parat.... Los ging es mit dem Sanjusangendo. Dieser ist ein buddhistischer Tempel im bahnhofsnahen Stadtbezirk Higashiyama von Kyoto. Offiziell heißt er Rengeo-in-hon-do. Der populäre Name Sanjusangendo bezieht sich auf die 33 Nischen der Halle. Die Zahl 33 verkörpert dabei auch die 33 Formen, die Kannon annehmen kann. Der Tempel gehört zum Tempel Myoho-in und wird auch von diesem unterhalten. Er gehört zur Tendai-sho, einer Schule des Buddhismus in Japan.

Der Tempel wurde 1164 unter Taira no Kiyomori auf Anordnung des Go-Shirakawa-tenno fertiggestellt. Er fiel 1249 einem Feuer zum Opfer. Nur die Haupthalle wurde 1266 neu errichtet. Sie ist heute der längste Holzbau Japans. 1604 fand hier ein berühmtes Duell der Schwertmeister Miyamoto Musashi und Yoshioka Denshichiro statt. Dieses wird u.a. in dem Film Samurai II - Duel at Ichijoji temple (1955) vonHiroshi Inagaki und mit Toshiro Mifune thematisiert.

Im Tempel wird hauptsächlich Bodhisattva Sahasrabhuja-arya-avalokitesvara oder die "Tausendarmige Kannon" verehrt. Ihre Statue wurde in der Kamakura-Zeit von dem Bildhauer Tankeigeschaffen und gehört mit der Haupthalle zu den Nationalschätzen Japans. Beidseits der großen Kannon-Statue sind 1.001, im Detail unterschiedliche, lebensgroße Statuen der Tausendarmigen Kannon jeweils in einer regelmäßigen Reihenanordnung von 10 mal 50 Statuen aufgestellt. 124 dieser Statuen stammen noch aus dem ursprünglichen Tempel, die restlichen wurden im 13. Jahrhundert angefertigt. Sie sind aus Japanischer Zypresse und vollständig vergoldet. Vor den Kannonstatuen stehen 28 Wächterfiguren und zwei berühmte Statuen von Fujin (Gottheit des Windes) und Raijin (Gottheit des Donners), die ebenfalls Nationalschätze sind. Die Statuen stehen auf einem nach hinten hin in 10 Stufen ansteigenden Podest; in dem hinter dem Podest verbleibenden Teil der Halle befindet sich eine kleine Ausstellung. Im Hof steht ein schlichtes Steindenkmal, das von dem Tendai-Priester Honen zum 13. Jahrestag des Todes des Go-Shirakawa-tenno errichtet wurde.

Im Januar findet im Tempel der Ritus der Weide statt, bei dem die Gläubigen mit einem heiligen Weidenzweig am Kopf berührt werden, um Kopfschmerzen zu lindern und zu verhüten.

Der Tempel ist aus der Geschichte berühmt für seine als Toshiya (wörtl. "Pfeile, die das Ziel treffen") bekannten Wettkämpfe im Bogenschießen mit dem japanischen Langbogen. Diese fanden jährlich im Mai auf der 2,5 m breiten, nur 5,5 m hohen und 120 m langen Westveranda auf der Rückseite des Tempels statt. Die Schützen schossen dabei vom Südende der Veranda auf ein an der Nordseite als Ziel angebrachtes Tuch, hier befand sich auch das Kampfgericht, das die gültigen Treffer anzeigte. Es waren Wettkämpfe über 100 Pfeile oder 1.000 Pfeile sowie Wettkämpfe über die halbe Distanz und die volle Länge der Veranda (118 m Schussdistanz) üblich. Bei Letzteren musste ein einzelner Schütze innerhalb 24 Stunden so viele Pfeile wie möglich ins Ziel bringen. Dieser Wettkampf dauerte von 6 Uhr abends eines Tages bis zum Abend des nächsten Tages. Bei Nacht wurde die Veranda von mehreren Feuern vor dem Tempel erleuchtet, die von Feuerwehrleuten bewacht wurden. Alle 500 Treffer machte der Schütze eine kurze Pause und wurde durch Anfeuerungsrufe der Zuschauer belohnt. Dieser erstmals 1606 ausgetragene Wettkampf galt als außerordentlich anspruchsvoll, da neben den Belastungen durch die lange Dauer des Wettkampfes die niedrige Veranda zu einer sehr flachen Flugbahn und daher zur Verwendung starker Bögen und einer speziellen Schießtechnik zwang. Rekordhalter aller Zeiten ist der damals 22-jährige Wasa Daihachiro im Jahre 1686 mit 13.053 Pfeilen, von denen 8.133 ihr Ziel erreichen. Dies ergibt rechnerisch eine unglaubliche Schussfrequenz von ca. 9 Pfeile/min., bei denen jedoch die Teepausen nach 500 Schuss noch nicht herausgerechnet sind. Den zweiten Platz hält der Samurai Hoshino (10.542 Pfeile, 8.000 Treffer). Auch heute noch wird unter gleichem Namen auf dem Tempelgelände jedes Jahr ein bekannter Kyudo-Wettkampf veranstaltet, aus denkmalschützerischen Gründen allerdings im Hof neben der Haupthalle und nur über 60 m Distanz (�Enteki�). Eine Demonstration des Toshiya in seiner ursprünglichen Form findet jährlich Mitte Januar statt.

....Kiyomizudera +++


Weiter führte uns unser Weg zu einem besonderen Highlight, dem Kiyomizu dera, einer auf Stelzen erbauten Tempelstadt. Kiyomizu-dera bezeichnet mehrere buddhistische Tempel, aber meistens ist damit der Otowasan Kiyomizudera gemeint, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Tempel wurde 1994 zusammen mit anderen Stätten zum UNESCO-Weltkulturerbe Historisches Kyotto (Kyoto, Uji und Otsu) ernannt.

Die Geschichte des Tempels reicht bis ins Jahr 798 zurück, die heutigen Gebäude wurden allerdings im Jahr 1633 errichtet. Der Tempel erhielt seinen Namen vom Wasserfall innerhalb des Tempelkomplexes, der von den nahen Hügeln herunterkommt - kiyoi mizu bedeutet wörtlich reines Wasser. Gerade an diesem hielten sich viele Leute auf und probierten von diesem Wasser - soll es doch Glück bringen.

Die Haupthalle des Kiyomizu-dera ist für ihre weite Terrasse bekannt, die zusammen mit der Haupthalle auf einer hölzernen Balkenkonstruktion an einem steilen Berghang errichtet wurde. Die Terrasse bietet eine beeindruckende Sicht auf die Stadt.

Die japanische Redewendung "die Terrasse des Kiyomizu hinunterspringen" bedeutet "sich zu einem Entschluss durchringen". Dies erinnert an eine Tradition aus der Edo-Zeit, nach der einem Menschen, der den Sprung von der Terrasse wagte, alle Wünsche erfüllt wurden. Dies scheint glaubhaft zu sein, da die üppige Vegetation unter der Terrasse den Aufschlag abdämpft. 234 Sprünge wurden in der Edo-Periode dokumentiert und davon überlebten 85,4 % der Springer den Sprung (heutzutage ist es jedoch verboten, von der Terrasse zu springen). Die Entfernung von der Terrasse bis zum Grund beträgt nur 13 m, dies ist jedoch eine beeindruckende Höhe für eine solche Holzkonstruktion.

Eine breite Treppe führt neben der Haupthalle an den Fuß des Abhanges. Hier befindet der Wasserfall des Otowa-no-taki, wo drei einzelne Wasserkanäle in ein Becken stürzen. Tempelbesucher fangen das Wasser in Metallschalen auf und trinken es, da gesagt wird, dass es heilende Kräfte besitzt und Gesundheit, ein langes Leben und Erfolg bringt.

....Gingaku-Ji +++


War Kiyomizu Dera schon etwas besonderes, so staunten wir regelrecht, als wir den Ginkaku-Ji, den silbernen Pavillion, besuchten.

Ginkaku-Ji ist ein buddhistischer Tempel im Nordosten der Stadt Kyoto, welcher 1482 vom Shogun Ashikaga Yoshimasa als Ruhesitz erbaut wurde. Zwei Gebäude der ursprünglichen Anlage, der Kannon-den und der Togu-do, sind aus dem 15. Jh. erhalten. Der Garten stammt aus der Edo-Zeit. Diese wunderschöne Anlage mit diversen Teichen und Gärten ist traumhaft angelegt und inspiriert den Besucher zu ausgedehnten Spaziergängen. Der Weg dorthin ist ein, am Orts- und Waldrand angelegter Pfad, der sog. Philosophenpfad.

Der Kannon-den (Halle der Kannon) ist das Symbol des Ginkaku-ji und wird meist Ginkaku (Silberner Pavillon) genannt. Das Erdgeschoss ist im Shinden-Stil gebaut und wird Shinkuden (Halle der Leere) genannt. Das Obergeschoss ist im Stil eines chinesischen Chan-Tempels gehalten und wird Chōonden (Halle der tosenden Wellen) genannt.

Im Togu-do (Suche des Ostens) steht eine Skulptur von Yoshimasa und eine des Amida-nyorai, die Eshin Sozu zugeschrieben wird. Im Togu-do befindet sich auch Dojinsai, eines der ältesten Zimmer für Teezeremonie. Seine Gestaltung und Größe wurde zum Vorbild schlechthin für folgende Generationen. Der Garten der Anlage ist vor allem für Gishadan (See des Silbersandes) und Kogetsudai (Mondansichtsplattform) bekannt, die im Kontrast zum dunkleren Kannon-den stehen.

Die UNESCO nahm 1994 den Ginkaku-ji zusammen mit anderen Stätten in das Weltkulturerbe Historisches Kyoto auf.

....Nanzen-Ji +++


Unser Weg führte uns vom silbernen Pavillion auf dem Philosophenweg an verschiedenen Tempeln vorbei, hin zum Nanzen-Ji. Dieser ist einer der bekanntesten Tempel (Haupttempel der Nanzen-Schule) des Rinzai-Zen und liegt am Fuß der östlichen Hügel von Kyoto. Das von Kian Soen (1269-1313), einem Schüler des Zen-Meisters Mugaku Sogen (1226-86) unter der Schirmherrschaft des Kameyama-tenno errichtete Gebäude wurde im Gozan-System zu einem der einflussreichsten Rinzai-Tempel überhaupt. Heute ein beliebter Touristenmagnet ist der Nanzen-ji vor allem seines traditionellen Gartens wegen berühmt. Der eindrucksvolle Holzbau des Haupttors (San-mon), von dessen oberster Ebene man weit über Kyoto hin sieht, weiterhin die Tiger auf den Wandschirmen (Kano-Schule der Malerei) im Hauptgebäude (Hojo) und das hohe Prestige der Meister, denen aufgrund der sehr traditionsbewussten Lehrmethoden auch heute noch höchste Anerkennung gezollt wird, sind mit verantwortlich für die öffentliche Wertschätzung.

Dieser lange Fußmarsch hatte doch viel ermüdendes und wir kehrten, vorbei am Heian-Shrine, Tozando, zurück zum Hotel.

Abends, nahezu jeden Abend traf man sich zum gemeinsamen Essen in einem nahegelegenen Lokal, wo die Ereignisse des Tages und die bevorstehenden Planungen besprochen wurden.



....Kinkaku-Ji +++


Am nächsten Tag - das absolute Highlight - bei tollem Sonnenwetter - Kinkaku Ji, der goldene Pavillion.

Woher der Name? Diese Frage erklärt sich schnell, wenn man vor diesem steht. Er ist ein buddhistischer Tempel und sein ursprünglicher Name lautet Rokuon-ji (dt. �Rehgarten-Tempel�). Kinkaku bezeichnete eigentlich nur den bekanntesten Pavillon der Tempelanlage, dessen obere Stockwerke vollständig mit Blattgold überzogen sind. Aufgrund der Bekanntheit des Pavillons wird heutzutage für die gesamte Anlage der Name Kinkaku-ji verwendet. Spricht man also vom Kinkaku-ji, so ist meist nur der �Goldene Pavillon� gemeint.

Er wurde 1397 errichtet, 1408 zum Rinzai Tempelkomplex umgewandelt, 1467-1477 während den Onin-Kriegen, zum Großteil zerstört und 1894 nach finanzieller Kriese wieder eröffnet. 1950 wurde der goldene Pavillion durch Brandstiftung zerstört und 1955 wieder aufgebaut.

Yoshimitsu legte 1394 mit 37 Jahren sein Amt als Shogun zugunsten seines Sohnes nieder und konzentrierte sich danach auf die Erbauung seines Alterssitzes. Er übernahm den heruntergekommenen Palast des Saionji Clans und baute einen dazugehörenden Pavillion - den goldenen Pavillion.

Bekannt ist die Tempelanlage für die Shariden (�Reliquienhalle�), deren obere Stockwerke vollständig mit Blattgold überzogen sind und die daher als Kinkaku (�Goldener Pavillon�) bezeichnet wird. Wegen der Bekanntheit des Pavillons wird heutzutage für die gesamte Anlage der Name Kinkaku-ji verwendet.

Während der Muromachi-Zeit, Ende des 14. Jahrhunderts, erlebte das mittelalterliche Japan unter dem Shogun Ashikaga Yoshimitsu eine der politisch und wirtschaftlich stabilsten Phasen. Damit bot dieser geschichtliche Abschnitt den Nährboden für eine der florierendsten und innovativsten Kulturepochen der japanischen Geschichte, die sogenannte Kitayama-Kultur (Kitayama bunka)

1331 läutete Kaiser Go-Daigo (1288�1339) mit seiner Kemmu-Restauration den Niedergang des Kamakura-Shogunats ein und schuf damit eine grundlegende Neuordnung wirtschaftlicher und politischer Verhältnisse. Ein Jahr später, 1332, eroberte er zusammen mit dem Militärführer Ashikaga Takauji (1305�1358) Kyoto und schlug das Kamakura-Shogunat endgültig nieder. Interessendivergenzen zwischen Go-Daigo und Ashikaga Takauji führten 1335 zu Kämpfen zwischen dem Kaiser und dem Militärführer. Doch der Sieg lag auf Seiten der Ashikaga-Familie. Es gelang Ashikaga Takauji im Jahre 1336 Kyoto einzunehmen und zwei Jahre später den Titel des Shoguns zu erlangen. Go-Daigo floh mit seinen Gefolgsleuten nach Yoshino im Süden der Hauptstadt und etablierte dort den �Südhof�. Erst nach 60 Jahren (1392) konnte der daraus resultierende Krieg zwischen den sogenannten �Nord- und Süd-Dynastien� beigelegt werden. Mit dem Ende der Kämpfe ging eine Neuverteilung der politischen Macht einher. Die grundlegendste Veränderung bestand in der endgültigen politischen Entmachtung des Hofes zugunsten des neuen Shogunat und seiner Vasallen. Sein Sitz lag nun nicht mehr in Kamakura, sondern im Muromachi-Viertel von Kyoto. Dennoch blieb das Ashikaga-Shogunat weitgehend eine instabile Kriegerhegemonie und somit langfristig nur eine politische übergangslösung.

Mit Ashikaga Yoshimitsu (1358�1408), dem Enkel Takaujis und somit dritten Shogun der Ashikaga-Dynastie, begann eine der kulturell bemerkenswertesten Perioden des japanischen Mittelalters. Ashikaga Yoshimitsu gelang es, trotz der immer wankenden Machtverhältnisse, eine Zeit relativer Stabilität und inneren Friedens zu gewährleisten. Im Kindesalter zum Shogun ernannt und in jungen Jahren bereits zahlreichen militärischen Problemen ausgesetzt, verpflichtete sich Yoshimitsu zunehmend kulturellen Bereichen und entwickelte sich zu einem großen Kunstmäzen. Stets nach Ansehen strebend, setzte Yoshimitsu Religion und verschwenderischen Luxus ein, um seinen sozialen Status zu erhöhen. Unter ihm entwickelte sich schließlich die sogenannte Kitayama-Kultur, deren Höhepunkt an das Ende seiner Regierungszeit gelegt werden kann (um 1392).

Die kulturelle Blütezeit im 14. Jahrhundert ist nach dem Landhaussitz Yoshimitsus benannt (Kitayama bedeutet nördlicher Berg). Der Erfolg der Kitayama-Kultur beruht vor allem auf ihrer klassenübergreifenden Ausrichtung. So profitierte nicht nur die höfische Elite von ihren Künsten, sondern auch das Kleinbürgertum konnte Ansehen und Ruhm erlangen. Vor allem die militärische Aristokratie widmete sich zunehmend den feinen Künsten. Den höfischen Traditionen und Normen nacheifernd, wuchs das Interesse und der Raum für klassische Kunstfertigkeiten, die zuvor meist dem Hofadel und dem Klerus vorbehalten waren. Vermischt mit Strömungen chinesischer Kultur entwickelten sich während der Kitayama-Kultur die heute als �traditionell japanisch� geltenden Künste wie das No-Theater, die Teezeremonie, die Tuschmalerei (suiboku) und die Landschaftsgärtnerei. Mit zunehmenden kulturellen Einflüssen aus China (Yoshimitsus erneuertes Handelsabkommen mit der benachbarten Großmacht sorgte für reichlich technische, künstlerische und religiöse Importe) wuchs zeitgleich die Rolle derZen-Klöster.

Bereits im japanischen Frühmittelalter, während der Herrschaft der Hojo-Regenten in Kamakura (13. Jahrhundert), pflegte die Kriegeraristokratie einen bemerkenswert religiösen Eifer. Besonders der Zen-Buddhismus erlangte große Popularität, da sich seine Grundsätze in den Idealen der Militärelite widerspiegelten. Viele Männer der kriegerischen Führungsschicht zogen sich nach ihrer politischen Karriere in Klöster zurück, auf der Suche nach Ruhe und Beständigkeit. Auf der anderen Seite stellten die Klöster einen Pool an Kunst, Kultur und Wissenschaft. Geistliche dienten nicht selten dem Militär als Ratgeber und Schreiber. Mit dem verstärkten Austausch zwischen China und Japan unter Ashikaga Yoshimitsu stieg sowohl die Verbreitung elaborierter Künste, wie Literatur und Architektur, als auch die Anzahl an Zen-Tempeln in Japan. Yoshimitsu selbst fand in seiner Kindheit kurzzeitig Unterschlupf in einem Zen-Kloster und wurde auch in seinem späteren Leben stets von Geistlichen der Zen-Schule beraten. Es ist als ein Zeichen seines Wohlwollens gegenüber dem Zen zu sehen, dass er die Tempelanlage erbaute, in welcher sich der �Goldene Pavillon� befindet.

1394 legte Yoshimitsu mit 37 Jahren das Amt des Shoguns zugunsten seines Sohnes nieder und wirkte fortan als Großkanzler. Frei von offiziellen politischen Verpflichtungen konzentrierte er sich in den darauf folgenden Jahren primär auf die Erbauung seines Alterssitzes. Er übernahm den heruntergekommenen Palast des Saionji-Clans � einem Teil des nördlichen Zweigs der Fujiwara-Familie � im Norden Kyotos, welchen er wiederaufbaute und renovierte. Bekannt als Kitayama-Palast (Kitayamadai) wurde aus diesem der Hauptsitz des ehemaligen Shoguns. Besondere Aufmerksamkeit schenkte Yoshimitsu jedoch der Konstruktion des dazugehörigen Pavillons. 1397 ließ er den sogenannten Kinkaku-ji als sein Denkmal erbauen.

Der �Goldene Pavillon� diente ursprünglich als Reliquien-Halle (jap. shariden) und wurde nahe dem Kitayama-Palast gebaut. Beide Gebäude gehören zu dem Rinzai-Zen-Tempelkomplex Shokoku-ji. Gründung und Verwaltung wird dem engen Vertrauten Yoshimutsus und Zenmeister Muso Soseki (1275�1351) zugeschrieben.

Der �Goldene Pavillon� liegt im bergumsäumten Nordwesten Kyotos, im Stadtbezirk Kita-ku. Umgeben von einer weitläufigen, vor allem mit Bäumen und Sträuchern bepflanzten Grünanlage, liegt der Kinkaku-ji am Rande eines großen Sees, dem Kyokochi-Teich. Bewusst dezent eingebettet in seine natürliche Umgebung, sticht der Pavillon keineswegs grell heraus, sondern schmiegt sich dezent in die Parklandschaft. Dies entspricht dem ästhetischen Empfinden der Muromachi-Zeit. Demnach sollten die Gärten und Tempelanlagen die buddhistische Weltsicht veranschaulichen, sich möglichst kontrastfrei und fließend in das natürliche Umfeld einfügen und somit eine harmonische Beziehung zwischen Natur und Mensch widerspiegeln.

Nach dem Tod Ashikaga Yoshimitsus im Jahre 1408 wandelte sein Sohn den Privatbesitz � nach dem Wunsch seines Vaters � in eine Tempelanlage der Rinzai-Sekte um. Während der Onin-Kriege (1467�1477) brannten die meisten der zum Shokoku-ji gehörenden Tempel mehrfach nieder, der Pavillon aber überstand die Kämpfe. In der Meiji-Zeit verlor der Rokuon-ji und damit auch der �Goldene Pavillon� seine finanzielle Unterstützung, konnte aber durch die Bemühungen der äbte 1894 wieder für die öffentlichkeit geöffnet werden. Jedoch fiel der Kinkaku-ji knapp 60 Jahre später, am 2. Juli 1950,[1] der Brandstiftung durch einen buddhistischen Kleriker zum Opfer, welcher die Schönheit des Pavillons nicht ertragen konnte. Dieses Ereignis hielt der Schriftsteller Mishima Yukio 1956 in seinem Buch �Kinkakuji� (deutsch: Der Tempelbrand, 1961) fest. 1955 gelang es, eine genaue Replik des �Goldenen Pavillons� zu rekonstruieren und den Kinkaku-ji wieder aufzubauen, wobei sein Status als Nationalschatz jedoch verloren blieb. Bei Restaurierungsarbeiten im Jahre 1987 wurden die Wände mit neuem Lack ausgebessert und die Goldplattierungen erneuert.

1956 wurde die Gartenanlage zur Besonderen historischen Stätte (tokubetsu shiseki) erklärt. Seit 1994 zählt der Kinkaku-ji zusammen mit anderen Stätten zum UNESCO Weltkulturerbe �Historisches Kyoto (Kyoto, Uji und Otsu)". Auch heute noch ist der "Goldene Pavillon" ein beliebtes Touristenziel in Kyoto. Die Popularität der Stätte wird weitgehend genutzt, um Bedeutung und Geschichte des Buddhismus weiterhin im Bewusstsein der Besucher zu halten.



Für den Abend hatte Hanshi Martinez-Barrera etwas Besonderes für uns arrangiert. Hanshi Uchiyama holte uns im Hotel ab und die Karateka hatten Gelegenheit unter Kancho Kawano zu trainieren - danach ging es in ein nahegelegenes Lokal mit viel Spaß - Danke nochmals an Kancho Kawano und Hanshi Uchiyama für die Einladung!


....Kenin-Ji +++


Unser nächster Besichtigungspunkt war das Gionviertel mit dem Keninji-Tempel.

Gion ist der am meissten bekannte Bezirk der Geishas in Kyoto, gelegen um die Shijo Avenue, zwischen Yasaka Shrine im Osten und dem Kamo Fluß im Westen. Er ist gefüllt mit Geschäften, Restaurants und ochaya (Teehäuser), wo Geiko (der in Kyoto verwendete Begriff für Geisha) und maiko (geiko Lehrlinge) unterhalten. Gion lockt Touristen mit seiner hohen Konzentration an traditionellen Holz machiya Handelshäuser . Aufgrund der Tatsache, dass Grundsteuern früher auf der Straßenfront beruhte, wurden die Häuser mit schmalen Fassaden nur fünf bis sechs Meter breit, gebaut, aber von der Straße bis zwanzig Meter entfernt. Die beliebtesten Gebiet von Gion ist die Hanami-Koji-Straße von der Shijo Avenue bis zum Kenninji Temple. Ein schöner (und teuerer) Ort zum Essen, die Straße und ihre Seitengassen sind mit erhaltenen machiya Häuser von denen viele jetzt als beispielsweise Restaurants verwendet werden, gesäumt, die Kyoto Stil kaiseki ryori (japanische Haute Cuisine) und andere Arten von lokalen und internationalen Speisen anbieten.

Gespickt unter den Restaurants gibt eine Reihe von Ochaya (Teehäuser), der exklusivsten und teuersten von Kyoto Restaurants Betriebe, wo die Gäste von Maiko und geiko unterhalten werden.

Ein weiterer szenischer Teil Gion ist die Shirakawa Fläche, die am Shijo Avenue entlang der Shirakawa-Kanal parallel verläuft. Der Kanal wird durch Weiden, erstklassige Restaurants und Ochaya gesäumt, von denen viele Zimmer mit Blick auf den Kanal haben. Da es ein wenig abseits der ausgetretenen Pfade, ist die Shirakawa Umgebung typischerweise etwas leiser als Hanami-Koji Street. Viele Touristen besuchen Gion, um einen Blick auf eine geiko und Maiko auf dem Weg zu oder von einem Engagement an einem Ochaya in den Abendstunden oder während Besorgungen während des Tages zu erhaschen. Wenn Sie jedoch einen geiko oder Maiko erkennen, handeln sie sich respektvoll. Beschwerden über Touristen, die sich wie rücksichtslose Paparazzi verhalten, sind auf dem Vormarsch in den letzten Jahren.

Shijo Avenue, die den Stadtteil Gion halbiert, ist ein beliebtes Einkaufszentrum mit Läden lokaler Produkte, darunter Süßigkeiten, Gurken und Kunsthandwerk. Gion ist auch für die Gion Matsuri, das berühmteste Festival in Japan bekannt. Ironischerweise sind die spektakulärsten Veranstaltungen des Festivals außerhalb von Gion auf der gegenüberliegenden Seite des Kamo-Fluss. Ein Besuch in Gion wird am besten mit einem Spaziergang durch den nahe gelegenen Higashiyama-Viertel zwischen dem Yasaka-Schrein und Kiyomizudera kombiniert. Dieses Gebiet hat mehr erhaltene Straßen und traditionelle Geschäfte alle Arten.

Kaburenjo Theater
Ist das älteste Kabuki Theater Japans. Das Hautpereignis ist das Kao-mise-Fest vom 1. Bis 26. Dezember, wenn hier die besten Kabuki Schauspieler des Landes auf der Bühen stehen.

Der Kennin-ji ( wörtl. Kennin-Tempel) ist einer der ältesten Zen-Tempel Japans und ein Haupttempel der Rinzai-Schule, einer der beiden größten Schulen des japanischen Zen-Buddhismus. Sein Name leitet sich von der während der Erbauung verwendeten Regierungsdevise Kennin (1201�1204) ab. Der Tempel liegt im StadtbezirkHigashiyama von Kyoto.

Im Jahr 1202 erhielt Eisai, der nach seiner Rückkehr aus China zunächst in Kyushu gelebt hatte, vom Shogun Minamoto no Yoriie ein Grundstück in der Hauptstadt Kyoto, um dort den ersten großen Zen-Tempel der Stadt zu errichten. Der in Kyoto residierende Tenno Tsuchimikado erlaubte dieses Vorhaben unter der Bedingung, dass dort neben den übungen des Zen-Buddhismus auch die esoterischen Rituale der Shingon-Schule sowie die Meditationstechik (shikan) der Tendai-Schule in eigens dafür zu bauenden Hallen gelehrt werden. überdies gliederte man den Tempel als Zweigtempel (betsuin) in den Tempelkomplex des nördlich der Stadt gelegenen Bergs Hiei (Hieizan) ein. Der Shogun Minamoto no Yoriie wurde im Jahr des Baubeginns abgesetzt, doch konnte sich Eisai der Unterstützung des Nachfolgers Minamoto no Sanetomo und von Hojo Masako, der einflussreichen Witwe des ersten Kamakura-Shoguns Minamoto no Yoritomo, für den Eisai 1200 die ersten Andachtsriten vollzogen hatte, versichern. Trotzdem war Eisai und sein neuer Tempel für mehrere Jahre massiven Anfeindungen durch die eingesessenen buddhistischen Schulen und den Kaiserhof in Kyoto ausgesetzt. So schrieb man im Jahre 1205 die durch heftige Winde verursachten Zerstörungen in der Hauptstadt dem Tragen der ausländischen, d.h. der chinesischen Roben am Kennin-Tempel zu. Einer populären Anekdote zufolge bemerkte Eisai hierzu, dass jene, die das glaubten, ihm wegen seiner übernatürlichen Kräfte besser Respekt zollen sollten. Eisai starb am fünften Tag des siebten Monats im Jahr 1215 am Tempel. Ob Dogen, der spätere Begründer der Soto-Schule, der zweiten großen Zen-Schule in Japan, vor Eisais Tod oder erst zwei Jahre danach Schüler am Kennin-Tempel wurde, ist in der Forschung umstritten. Die meisten Wissenschaftler schließen zwar ein Treffen von Eisai und Dogen nicht aus, bezweifelt jedoch, dass Dogen, wie er in seinen eigenen Memoiren angab, ein direkter Schüler Eisais war. Denn dieser weilte er in jenen Jahre häufig im Jufuku-Tempel in Kamakura. Wahrscheinlich war Dogen ein Schüler von Myozen, Eisais Nachfolger im Kennin-Tempel. Bis zum Jahr 1230, in dem er zum Annyo-in im wenige Kilometer südlichen gelegenen Fukakusazog, blieb Dogens hauptsächlicher Aufenthaltsort der Kennin-Tempel, in dem er seine Abhandlung über Zazen und theoretische Grundlagenschrift für die spätere Soto-Schule unter dem Titel Hukan Zazengi verfasste.

Um die Mitte des 13. Jahrhunderts erlitt der Tempel durch mehrere Brände starke Schäden. Im Jahre 1258 wurde er durch Enni Ben�en (1201�1280) wieder aufgebaut. Erst mit der 1259 beginnenden Amtszeit des elften Tempelvorstehers, Lanxi Daolong (Pinyin Lanxi; D�ol�ng, W.-G. Lan-hsi Tao-long; jap. Rankei Doryu; 1213�1278) lehrte man am Kennin-Tempel ausschließlich Zen. Gegen Ende der Kamakura-Zeit wurde der Tempel Teil des Gozan-Systems, was ihn offiziell und praktisch zu einem der einflussreichsten Zen-Tempel des Landes während derMuromachi-Zeit machte. Nach seiner Ankunft in Japan lehrte hier auch der chinesische Chan-Mönch Qingzhuo Zhengcheng (Pinyin Qingzhuo Zhengcheng, W.-G.Ch'ing-cho Cheng-ch'eng; jap. Seisetsu Shocho; 1274�1339).. Im 16. Jahrhundert kam es erneut zu starken Schäden durch Brände. Erst im 17. Jahrhundert konnte man dank Schenkungen des Ankoku- und den Tofuku-Tempels unter der Schirmherrschaft der Familie Toyotomi die Anlage restaurieren.

Die Anlage, flankiert von neun Untertempeln (tatchū) auf dem Gelände und weiteren fünf außerhalb, besteht aus folgenden Gebäuden:
  • Das Tor für den kaiserlichen Gesandten (chokushi-mon) stammt aus der späten Kamakura-Zeit und ist als Wichtiges Kulturgut deklariert. Die Pfeiler zeigen viele Pfeilnarben aus der Sengoku-Zeit, so dass das Tor auch Pfeilspur-Tor genannt wird. Das mit Kupferblech gedeckte Tor ist nicht für den Durchgang geöffnet.
  • Das Haupttor (sammon), als Nijūmon ausgeführt, trägt die Inschrift "Hohes Tor mit Blick auf den Kaiserpalast" (hoketsuro). Im Obergeschoss sind Shaka Nyorai und 16Rakan aufgestellt.
  • Die Lehr- bzw. Dharma-Halle (hatto) wurde 1765 errichtet. Sie wird zugleich als Buddha-Halle genutzt. Die Decke wurde 2002 von Koizumi Junsaku (1924�2012) mit einem Drachenpaar ausgemalt.
  • Die Residenz des Abtes (hojo) wurde im Jahre 1599 von Ankokuji Eikei hierher überführt. Sie ist als Wichtiges Kulturgut deklariert. Davor liegt ein mit großen Felsblöcken geschmückter Kiesgarten.
  • Nördlich von der Residenz befindet sich der Tee-Pavillon (Toyobo). Er soll auf Veranlassung von Toyobo Chosai (1514�1598), einem bedeutenden Schüler von Rikyū, im Jahre 1587 erbaut worden sein.
  • Das Bad (yokushitsu) stammt aus dem Jahr 1628. Es ist im Inneren aufgeteilt in einen Warteraum, das Dampfbad und in einen Versorgungsraum.
  • In der öffentlich nicht zugänglichen Halle des Gründers (kaizando) liegt das Grab Eisais.
  • Das Mönchsquartier (hombo).
  • Westtor und Nordtor.
  • Der Tempel besitzt als Nationalschatz das Stellschirmpaar �Wind- und Donnergott�. Das Paar ist weder signiert, noch mit einem Stempel versehen, gilt aber als Werk von Tawaraya Sotatsu. Im Tempel ist eine Kopie zu sehen, das Original wird heute im Nationalmuseum Kyoto aufbewahrt. In der Abtresidenz wird nur eine Kopie ausgestellt.
  • In der Abtresidenz waren fünf Räume mit Tuschmalereien geschmückt, die dem Nationalmuseum Kyoto zur Aufbewahrung übergeben wurden.
  • Der größte Raum, Shitsuchu-no-ma, ist mit Bildern der �Sieben Weisen im Bambushain� (chikurin shichiken) von Kaiho Yusho (1533�1615) geschmückt.
  • Im Ihatsu-no-ma sind an den Wände Bilder mit den in China gepflegten Vier Künsten zu sehen.
  • Das Shoin-no-ma ist mit Bildern von Blumen und Vögeln geschmückt.
  • Das Dana-no-ma ist mit Landschaftsbildern geschmückt.
  • Im Rai-no-ma sind Drachenbilder zu sehen.
....Maruyama Park und Yasaki Shrine +++


Weiter ging es zum Maruyama Park (Maruyama koen). Dies ist ein Park in Kyoto. Er gilt als das wichtigste Zentrum für Kirschblütenschau in Kyoto und kann extrem zu dieser Zeit des Jahres (April) voll. Der Park Attraktion ist ein weinender Kirschbaum (shidarezakura), der nachts beleuchtet wird. Der Haupteingang zum Park ist durch den Yasaka-Schrein möglich, der am östlichen Ende der Shijo Street im Gion Bezirk liegt. Direkt im Norden (und angrenzenden Park), ist der große Tempel von Chion-in, gefolgt von dem kleineren Tempel Shoren-in. Der Park ist ein Ort von landschaftlicher Schönheit.

Danach kehrten wir zurück zum Hotel, wo wir gegen Abend von Hanshi Uchiyama abermals abgeholt wurden und uns später in einem Restaurant im Bahnhof Kyoto, zusammen mit Hanshi Kawano, Hanshi Tanaka und "Samurai Joe" wiederfanden - es folgte ein tollter Abend mit super klasse Essen und viel viel Spaß!
....Dinner mit Hanshi Uchiyama und Hanshi Kawano +++


....Chion-In / Shoren-In / Eikan-Do +++


Der folgende Tag prophezeite uns Regenwetter. Wir entschlossen uns einen "Tag zur freien Verfügung" zu machen. Manche gingen zur Teramachi-Street, einer Einkaufsstraße, andere aber erkundeten Kyoto auf eigene Faust. So führte der Weg von Wolfgang über den Chion-In, zum Shoren-In, hin zum Eikan-Do Tempel und, zurück zum Hotel über den Heian Shrine.


....Biwa-See und Burg Hikone +++


Am nächsten Tag stand der Zugausflug auf dem Programm - hin zum Biwa See und Burg Hikone.

Der Biwa-See (Biwa-ko) ist der größte See Japans. Er hat eine Fläche von 674 km� (zum Vergleich der Bodensee: 536 km�) und wird vollständig von der Präfektur Shiga umgeben. Der See ist im Süden schmal (über die schmalste Stelle von 1,35 km führt eine Brücke und trennt den See in einen Nord- und einen Südteil) und langgezogen (63,49 km). Seine tiefste Stelle hat er mit 103,58 m im Nordwesten bei der Mündung des Ado-Flusses. Die mittlere Tiefe beträgt 43 m im Nordsee und 4 im Südsee. Sein Einzugsgebiet beträgt 3.848 km�, etwa 96 % der Fläche der ihn umgebenden Präfektur Shiga. Seinen Namen entlehnt er der Biwa-Laute.

Der Biwa-See liegt in unmittelbarer Nähe zum japanischen historischen Kernland, der Provinz Yamato um die Stadt Nara und der Provinz Yamashiro um die Stadt Kyoto. Die sich auf den Biwa-See beziehende ehemalige Bezeichnung Ōmi der Region um den Biwasee, wie sie bis zur Meiji-Restauration lautete, findet sich noch heute in vielen Ortsbezeichnungen. Kaiser Tenji verlegte die Hauptstadt kurzzeitig nach Omi-kyo (heute: Otsu) am Biwa-See. Bis etwa 1900 war der Schiffsverkehr über den Biwasee ein wichtiges Bindeglied im Verkehrsnetz der Verbindung zwischen den zwei Regionen Hokuriku und Kansai.

Viele Tempel wurden in der romantischen Landschaft am Westufer errichtet. Seit alters her hat die landschaftliche Schönheit und die Vielfalt der Perspektiven die japanischen Dichter inspiriert. Es wurde eine Liste der �acht schönsten Aussichten am Biwa-See� erstellt, die auch dem Werk Die acht Gesichter am Biwasee des deutschen SchriftstellersMax Dauthendey von 1911 zugrunde liegt.

Eine heute selbst bei den meisten Japanern nur noch wenig geliebte Spezialität ist eine Sushi-Art Funazushi, bei der die rohen Süßwasserfische über einen Zeitraum von über 2 Jahren in Salz eingelegt werden.

Der am 29. Oktober 1989 entdeckte Asteroid (4289) Biwako wurde 1990 nach dem See benannt.

Die Burg Hikone (Hikone-jo) ist eine berühmte historische japanische Burg in Hikone in der Präfektur Shiga in Japan.

Diese Burg aus der Edo-Zeit führt ihren Ursprung auf das Jahr 1603 zurück, als Ii Naokatsu, der Sohn des früheren Daimyo Ii Naomasa, ihren Bau anordnete. Die Befestigung wurde ursprünglich 1575, als Teil der Burg Otsu erbaut und dann von den Ii nach Hikone verbracht. Sie wurde 1622 fertiggestellt. Naokatsus Ländereien waren ihm in dieser Zeit vom Tokugawa-Shogunat weggenommen worden und als sein Bruder Naotake die Kontrolle über das Gebiet um die Provinz Omi erlangte, konnte er die Burg mit Hilfe von Steinen der früheren Burg Sawayama fertigstellen. Ein bedeutender Vertreter der Familie war Ii Naosuke, der dem Shogunat in der Mitte des 19. Jhd. als Kanzler (Tairo) diente. Die Familie führte das obenstehende Familienzeichen, die Tachibana-Blüte. Der citrus tachibana ist heute Baum der Stadt Hikone.

Als 1868 die Meiji-Zeit begann, wurden viele Burgen zerstört. Nur auf Intervention des Kaisers selbst, der die Gegend bereiste, blieb die Burg Hikone intakt. Heute ist sie eine der ältesten im Originalzustand erhaltenen Burgen Japans. 1985-85 hat man den repräsentativen vorderen Teil der ehemaligen Residenz (omote goten) unterhalb des Burghügels einschließlich einer Noh-Bühne mit einer Fläche von 4851 m� zur Nutzung als Museum rekonstruiert. Das Museum besitzt als Nationalschatz den sechsteiligenHikone-Stellschirm.

1951 wurde die ursprüngliche Anlage zur Besonderen historischen Stätte und 1952 der Hauptturm vom Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologiezum Nationalschatz Japans erklärt.



....Ryoan-Ji / Myoshin-Ji +++


Der Myoshin-ji ist der Haupttempel der mit Abstand größten der 15 Schulen der Rinzai-Linie des japanischen Zen und damit Bezugspunkt für 19 Klöster und 3500 Tempel. Die im Nordwesten von Kyoto im Park Hanazono des Stadtbezirks Ukyō gelegene Anlage vereinigt innerhalb ihrer Mauern 47 Zweig-Tempel und einige außerhalb der Mauern.

Ursprünglich von Kaiser Hanazono als Palast errichtet, wurde die Anlage 1342 vom Zen-Meister Kanzan-Egen Zenji (1277�1360), gefördert durch den ehemaligen Kaiser, der sich nach seiner Abdankung ins Klosterleben zurückgezogen hatte, bald zu einer der größten Tempelanlagen Kyotos (Der etwas peripher gelegene Stadtteil ist seit 1931 Teil von Kyoto. Bahnstation Hanazono). Nach der Zerstörung der meisten Gebäude und Gartenanlagen im Onin-Krieg (1467�1477) wurde die Tempelanlage vom Zen-Meister Sekko-Soshin Zenji (1408�1486), dem 6. Kancho des Tempels wieder aufgebaut und gewann rasch wieder an Größe und Einfluss. Innerhalb von 150 Jahren hatte die Anlage das heutige Ausmaß erreicht.

Neben einigen besonders sehenswerten Gartenanlagen, wie die des Zweig-Tempels Taizo-in, ist ein berühmtes Drachengemälde (12,5 m in der Diagonale) von Kano Tan�yu aus dem 17. Jahrhundert an der Decke der Vortragshalle (Hatto-Gebäude) zu besichtigen. Da das rechte Auge des Drachen sich genau im Mittelpunkt des Rundgemäldes befindet, fühlt jeder Besucher sich in jedem Teil des Raumes 'beobachtet'. Im selben Gebäude befindet sich auch ein Nationalschatz (Ojikicho), nämlich die älteste erhaltene Glocke Japans von 698. Berühmt ist auch das Tor zum Abtsquartier (Hojo) und das Hojo selbst, das 1654 gebaut wurde mit seinen bemalten Wandschirmen und der Statue des heilbringenden Amida Nyorai. Das auf 1656 zurückgehende Dampfbad (Yokushitsu) ist eine weitere Besonderheit des Myoshin-ji.

Im Myoshin-ji (Hojo-Gebäude) residiert auch der Kancho, der Erzabt der Myoshin-ji-Linie der Rinzai-shu.

Unweit des Tempels befinden sich auch die einzige Universität der Rinzai-shu, die Hanazono-Universität, sowie die Hanazono-Oberschule und der Rakusai-Kindergarten.



....Kaiserpalasst / sonstige... +++


Der letzte Tag unseres Aufenthaltes im Palace Side Hotel näherte sich. So blieb nach dem Frühstück noch Zeit, den Kaiserpalast und die dazugehörige Parkanlage zu erkunden...

Der Kaiserpalast von Kyoto war während des größten Teiles seiner Geschichte die Residenz des Kaisers von Japan. Dies begann mit der Heian-Zeit, als die kaiserliche Hauptstadt von Heijo-kyo (Nara) nach Heian-kyo, dem heutigen Kyoto, umzog (794). Die Funktion als offizielle Residenz endete mit der Meiji-Restauration, als der Kaiser seinen Sitz nach Edo, dem heutigen Tokyo verlegte (Kaiserpalast Tokio).

Allgemein bezeichnet der Gosho in Kyoto alle Gebäude im ummauerten enorm großen Parkgelände mit einer Ausdehnung von etwa 1100�600 m. Die Anlage wird vom Kaiserlichen Hofamt unterhalten und muß, so unsere Reiseführerin, in einem Zustand erhalten werden, daß der Kaiser jederzeit, wenn es ihm beliebt, hierherkommen und leben kann.

Das Parkgelände steht der Allgemeinheit rund um die Uhr zur Verfügung, auch die Grünflächen dürfen ähnlich wie in europäischen Parks zum Zeitvertreib genutzt werden. Die Palastanlagen selbst werden der öffentlichkeit im Frühjahr und im Herbst jeweils eine Woche zugänglich gemacht.

Der Palast wurde mehrere Male durch Feuer zerstört und wieder aufgebaut. Als der Palast 1788 wieder abbrannte, wurde Matsudaira Sadanobu vom Shogunat mit dem Wiederaufbau beauftragt. 1790 ließ Sadanobu nach den heian-zeitlichen Vorbildern rekonstruieren. 1854 wurde der Palast wieder durch ein Feuer zerstört aber im Jahr darauf in der heutigen Form neuaufgebaut.

Das Hauptgebäude auf dem Palastgelände umfasst neben anderen Hallen die Halle für Staatszeremonien (Shishinden, purpurne kaiserliche Halle), Seiryuden (kühle/erfrischende Halle), Hofraum (Kogosho, kleines, kaiserliches Zimmer), Ogakumonsho (kaiserliches Studienzimmer oder Bibliothek) sowie eine Anzahl von Residenzen für die Kaiserin, hochrangige Aristokraten und Regierungsbeamte.

Das Haupttor an der Südseite des Palastes besitzt ein Dach aus Zypressenholz und wird von vier Pfeilern unterstützt. Dieses Tor wird nur bei den selten Gelegenheiten genutzt, zu denen der Kaiser ausländische Diplomaten oder Würdenträger empfängt, sowie bei anderen wichtigen Staatszeremonien. Direkt hinter dem Haupttor befindet sich ein mit Zinnober bemaltes und mit Ziegeln gedecktes zweites Tor, das zum Shishinden, der Halle für die Staatszeremonien, führt. Der Shishinden wurde für solch wichtige Zeremonien wie Kaiserkrönungen und Einsetzung von Kronprinzen benutzt. Sie ist 33 � 23 m groß und in traditionellem Stil mit Giebeln und vier abfallenden Dachseiten errichtet.

Das Zentrum des Shishinden wird von einem Hisashi, einem langen schmalen Gang, umgeben, wie er in Adelshäusern der traditionellen Architektur von Heian üblich ist. Darin öffnet sich ein weiter offener Raum, der von mit Matten bedeckten Bereichen überbrückt wird, die zum zentralen Thronraum führen. Der Thron selbst, genannt Takamikura, steht auf einer achteckigen Plattform fünf Meter über dem Boden und kann vom Rest des Raumes durch eine Gardine getrennt werden. Die Schiebetüren, die den Kaiser vor Blicken verbergen, heißen kenjō no shoji (dt. �Schiebetür der Weisen und Heiligen�) und sind mit einem Bild von 32 Heiligen bemalt, das eines der wichtigsten Vorbilder für die Malerei der Heian-Zeit wurde. Der Seiryōden befindet sich westlich der Shishinden mit der Vorderseite nach Osten. Es hat ebenfalls ein an vier Seiten abgeschrägtes Dach mit Giebeln und besteht hauptsächlich aus Zypressenholz. Ursprünglich war dies der Platz, wo der Kaiser seine persönlichen Angelegenheiten regelte. Später wurde er auch für verschiedene Versammlungen und Zusammenkünfte genutzt. In der Mitte befindet sich ein Bereich, wo der Kaiser ruhte, an der Ostseite der Halle war ein Bereich von zwei Tatami als Sitzplatz für Aristokraten und Würdenträger reserviert. Hier konnte der Kaiser formelle Angelegenheiten regeln. An der Nordseite der Halls war ein abgeschlossener Bereich, wo der Kaiser nachts schlief. Später begannen die Kaiser, dazu die offizielle Residenz (dairi) zu benutzen. Die Westseite war für das Frühstück des Kaisers reserviert und enthielt auch die Toiletten, die Südseite wurde durch den kaiserlichen Archivar genutzt.

Doch um 11 h war es dann soweit und wir "zogen um" in das DNBK Hotel, dem Tokyu Hotel, unsere französischen Freunde, die uns die Woche über begleiteten, "zogen um" ins Heian no Mori Hotel.

Hier endet dieser Reisbericht, den ich als "Sightseeing" bezeichne - die Fortsetzung "DNBK - Event"...





Text/Bilder: Bushido-Kai


Zurück zur Übersicht