2. Myo Shin Ryu Lehrgang
11. Oktober 2014
Budokan Saal e.V.




2. Lehrgang Myo Shin Ryu in Saal mit Begründern
Am Samstag fand in Saal der zweite Lehrgang in der Kampfkunst Myo Shin Ryu mit den drei Begründern Wolfgang Wimmer, Thomas Haumüller und Heinz Perzl statt. Die Gründung des Myo-Shin-Ryu wurde am 16. Februar 2013 innerhalb des Verbandes asiatischer Kampfkünste e.V. und Bushido-Shin-Renmei verwirklicht.

Der erste Schritt kam hierzu von Shihan Haumüller und Shihan-Dai Perzl:
… Daher folgte ein logischer erster Schritt, das Shotokan-Karate-Koryo-Do war geboren, die Suche nach den Wurzeln ohne einer pseudomäßigen Rückwärtsgewandtheit, denn gerade die Wandlung der letzten Jahre zeigt auch, dass immer schon Veränderungen im Karate stattfanden, welche durchaus sinnvoll zu betrachten sind, wenn man sich z. B. neuere Erkenntnisse aus der Medizin ansieht. Vielfach werden Traditionen oder wird der Traditionsbegriff im Budo verwendet, um eine Distanz zwischen Lehrer und Schülern zu schaffen, denn wer kann gegen die Aussage „Das war schon immer so!“ angehen? Wir sind der Meinung, dass die Entwicklung vom nachahmenden Schüler zum hinterfragenden den in der heutigen Gesellschaft notwendigen freien Erwachsenen bestärkt. Wir wollen einen denkenden und frei entscheidenden Menschen, nicht einen mit traditionalistisch gefärbten Scheuklappen. Nur dieser Budoka kann Traditionen und Rituale und damit den Wert der uns vermachten Budokünste zu schätzen wissen …

Diesem Gedankengang folgend begann sich der zweite Schritt abzuzeichnen.

Koryu bedeutet auch die „kleine“ oder besser gesagt, „eigene, persönliche“ Schule. Techniken aller praktizierten Kampfkünste verändern die Technik jedes praktizierten Systems: Ein Karateka hebelt anders als ein Aikidoka. Wenn nun ein Karateka auch Aikido übt und eine gewisse technische Fähigkeit erreicht hat, so werden sich in den Kata ausgeführte Hebeltechniken verändern. Ein Iaidoka, der Karate übt, wird eine größere Sicherheit in der Festigkeit der Stellungen erreichen, ein Judoka, welcher Jiu-Jitsu übt, wird die Techniken der Kime-No-Kata anders begreifen als ein reiner Judobegeisterter. Als logische Konsequenz daraus drängte sich die Gründung eines umgreifenden Ryu auf. Dieser möchte als Erweiterung bisheriger klassischer japanischer Budokünste verstanden werden und nicht als „neuer" Stil, sein Name bedeutet „Schule der Wahrheit und des hellen Glanzes“. Myo-Shin-Ryu ist eine Stilrichtung, die mehrere verschiedene japanische Budokünste in sich vereint, bzw. in der der Budoka durch seine ausgeübte Budo-kunst Verbindungen zu anderen, weiteren Budokünsten in Theorie und Praxis aufweist und somit ein tieferes Verständnis der Budokünste sowie deren Verbindungen zeigt. Daher kann Myo-Shin-Ryu immer stattfinden, wenn mindestens zwei Kampfkünste ausreichend technisch gemeistert wurden. Dies zu demonstrieren ist die Anforderung für eine Graduierung im Myo-Shin-Ryu, Prüfungen haben den individuellen Wissenstand des Budoka aufzuzeigen.

Zur Zeit gibt es neben den Begründern acht Danträger. Wolfgang Wimmer präsentierte Myo Shin am Beispiel Jiu-Jitsu und Iaido, Heinz Perzl konnte die Teilnehmer mit der Verknüpfung Karate und Kobudo begeistern. Am Ende demonstrierte Thomas Haumüller Parallelen aus dem Karate-Do, Judo, Aikido und Iaido. Dann durften die Teilnehmer eigene Ideen vorstellen, dabei erklärten sie anschaulich, wo Kontaktpunkte zwischen ihren Künsten hergestellt werden können. So wird eine größere Toleranz zwischen den verschiedenen Kampfkünsten initiiert, andererseits begreifen sich die Budoka als Teil einer forschenden und damit lebendigen Budogemeinschaft.

Nach dem Training fand der Budo-Tag seinen Ausklang in einer Kelheimer Pizzeria.

 


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