Humanitäre Hilfe Japan 2011

Thomas Haumüller (rechts, 2. Vorsitzender VAK e.V.) überreicht den Spendenscheck an Wolfgang Wimmer (Repräsentant der DNBK in Deutschland)

Am 11. März dieses Jahres erschütterte die Welt die Nachricht von dem Tokuki Erdbeben im Nordosten Japans.

Das katastrophenauslösende Erdbeben der Stärke MW 9,0 ereignete sich am 11. März 2011 um 14:46:23 Uhr Ortszeit (also um 06:46 Uhr MEZ). Das Epizentrum lag vor der Küste der Präfektur Miyagi etwa 370 km nordöstlich von Tokio und 130 km östlich der Stadt Sendai.

Das historisch grösste Erdbeben samt vieler Nachbeben, die Tsunami-Flutwellen und mehrere schwerwiegende Vorfälle in den Kernkraftwerken - all diese Nachrichten liessen uns nicht mehr vom Fernsehen, Radio oder anderen Medien wegkommen. Fassungslos konnte man die enormen Flutwellen sehen, wie sie ganze Landstriche unter sich begruben und alles was auf der Erde stand, mit sich rissen - ganze Schiffe wurden landeinwärts gepült. Was für ein schweres Ereignis mit weitreichenden und vor allem tiefen, existenziellen Auswirkungen auf die Bevölkerung im "jetzt und hier" - aber durch die Atomkraftwerke auch für viele Jahre (Jahrzehnte - Jahrtausende??) für künftige Generationen.

Ich selbst habe über meine Zugehörigkeit zu der japanischen Budovereinigung des Dai Nippon Butoku Kai, aber auch durch meinen Aufenthalt dort im Jahr 2008 einige Kontakte und hatte deshalb auch intensive Gedanken um die Menschen in diesem Land. So erreichte mich, wie auch die restlichen Repräsentanten der DNBK weltweit, eine Email von Hanshi Hamada, Vorstand der Internationalen Abteilung der DNBK und zugleich Vizepräsident der DNBK, in der er uns über die aktuellen Ereignisse vor Ort informierte und um finanzielle Hilfe bat (Hanshi Hamada hält sich z.Zt. in Japan auf).

Bereits vor einigen Jahren, bei dem schweren Erdbeben in Kobe, leistete die DNBK weltweit Hilfe in Form von Spendengeldern. Wie damals, so werden auch diesmal die gesammelten Spenden von der DNBK in Japan direkt den Hilfebedürftigen, in Zusammenwirken mit den örtlichen Regierungsstellen vor Ort, übergeben. Somit wird sichergestellt, dass alle Spenden, ohne verwaltungsgebundene Abzüge, zweckmässig verwendet werden und den Notleidenden und Opfern der aktuellen Katastrophe sinnvolle Hilfe zukommt.

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Und so startete ich einen Aufruf an alle Mitgliedsdojo des Verband asiatischer Kampfkünste e.V., welchem auch der Bushido-Kai des SV Erlingen angehört. Und die Resonanz war überwältigend. Die angeschlossenen Dojo bundesweit unterstützten durch Sammelspenden. Ebenso gingen enorm viele Einzelspenden auf das Spendenkonto ein.

Daneben wurde am Wochenende des 26./27. März in Penzberg ein Budoseminar durchgeführt. Jeder der Referenten verzichtete auf eine Entschädigung und so konnten die gesamten Einnahmen für diese Spendenaktion von Shihan Rudolf Gabert, Ausrichter dieses Seminares der Jiu Jitsu und Karate Schule Penzberg e.V., zur Verfügung gestellt werden - 1210 Euro!

10440 Euro kamen innerhalb von nur 2 Wochen für diese Spendenaktion zusammen! Ich persönlich fand es bewunders- und anerkennungswert mit welcher Spontanität all dies stattfand. Noch mehr war ich jedoch auch davon gerührt, dass Kinder und Jugendliche aus dem Bushido-Kai mir etwas von ihrem Taschengeld gaben mit dem Hinweis "Ich hab im Fernsehen die schrecklichen Bilder gesehen, die haben jetzt da unten ja gar nichts mehr und ich weiss jetzt, wie gut ich es eigentlich hier habe...."

Ich könnte noch viele meiner Erlebnisse im Zusammenhang mit dieser Spendenaktion erzählen - bin aber auch zutiefst gerührt über den Riesenerfolg, das Engagement, die tiefe Anteilnahme und Bereitschaft eines jeden, aktiv zu helfen!

Mir, als deutscher Repräsentant des Dai Nippon Butoku Kai und Organisator dieser Spendenaktion hier in Deutschland, innerhalb des Verband asiatischer Kampfkünste e.V., bleibt nur eines zu sagen.... D A N K E !!!
 
Bild & Text: Bushido-Kai



Auszugsweises Dankesschreiben von Dr. H.T. Hamada, Hanshi, Vorstand der Internationalen Abteilung der DNBK und Vizepräsident im Honbu DNBK

Im Namen aller Opfer und Überlebenden der letzten verheerenden Katastrophe in Japan, möchten wir Ihnen unseren herzlichsten Dank für die sehr grossz¨gige Spende an unseren Hilfefond aussprechen. Bitte sprechen Sie unsere tiefe Dankbarkeit an all diejenigen aus, die sich an der Hilfefond-Spendensammlung in Deutschland beteiligt haben. Besonders den jungen Schülern, die ihr Herzblut in diese Aktion gelegt haben. ....

Ich bitte Sie ebenfalls mir den Brief von Ihrem Dojo zu senden, in dem Sie mit einer aufbauenden Botschaft die Japaner ansprechen. Ich werde dies gemeinsam mit Ihren Spenden in Miyagi übergeben, wenn ich die betroffenen Regionen persönlich besuche.

Ihr steuerlich absetzbar Beitrag von $ 14.849,90 an die JECC Inc. (501-C3) wird sehr geschätzt und wir hoffen und beten, dass unsere kleinen Bemühungen die Schmerzen vieler lindern wird, die immernoch unter dieser undenkbaren Naturkatastrophe leiden. Wir werden die Spenden und/oder benötigten Lieferungen direkt an die freiwilligen Hilfsgruppen der lokalen Notunterkünfte ausweiten....

Wir hoffen mit Regierungsvertretern in Ishinomaki Stadt und den umliegenden Regionen zusammenzuarbeiten, dort wo die meisten Schäden entstanden sind.

Besonders in diesem Bezirk wurden die höchsten Todesraten sowohl von Schülern als auch Lehrern festgestellt. Es wurde keine feste Infastruktur in diesen Bezirken wiederhergestellt und es wird lange dauern bis das Schienensystem wieder aufgebaut werden kann. Dennoch sind wir zuversichtlich, dass dieses zur rechten Zeit verbessert wird. Der seelische Schmerz und Stress-Level sind in allen Bereichen sehr hoch, aber die Menschen in Japan schauen nach vorne in die Zukunft, um diese schwierigen Zeiten zu überwinden.

Die Zahl der Todesopfer wird täglich steigen jenseits der 13.000 und der bis heute 3.500 Verletzten und 15.000 Vermissten und wir vermuten, dass die meisten Menschen umgekommen sind und fast 160.000 befinden sich noch in Notunterkünften und sind weiterhin der Gefahr ausgesetzt von radioaktiver Verstrahlung durch die partielle Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima. Bis dato wurden keine wirklichen Lösungen gefunden.

Wir realisieren die beispiellosen Schäden und Verluste in der nationalen Krise Japans, aber Japan wird dies mit Stärke durchstehen und die schwierige Lage überwinden mit Hilfe der wundervollen und grosszügigen Spenden und Unterstützung durch Freunde und Menschen aus der ganzen Welt.

Wir m�chten Ihnen vor allem für Ihre Anteilnahme und Gebete danken in dieser härtesten nationalen Herausforderung, die Japan jemals in der Modernen gegenüberstand.

Wir werden Ihnen in regelmässigen Abständen aktuelle Informationen über die Situation unserer Freunde in Japan zukommen lassen. Gleichzeitig werden Sie den abschliessenden Bericht über die Spendenaktion an das JECC humanitäre Projekt erhalten, sobald dieses offiziell abgeschlossen ist.

Hiroyuki Tesshin Hamada
Osaka, Kyoto, Japan

Beitrag auf myheimat.de

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